Eigenbau NAS: Es ist vollbracht. Was hat sich verändert?

Mein Eigenbau NAS ist fertig – war meine Planung vollständig? Dies ist nun die Fortsetzung meines ersten Artikels “Eigenbau NAS: Die Komponenten und das Gehäuse“.

Wie bei jedem guten Projekt weicht die Planung doch erheblich von der Umsetzung ab. Schauen wir, was ich ändern musste.

FreeNAS LogoEigenbau NAS: Die Software

Jep, von FreeNAS war ich eigentlich überzeugt. Doch nach der Installation die Ernüchterung: Umständliches Interface und Bugs, denen sogar ich als NAS-Anfänger begegne. Eine Alternative musste her. Gibt es eine?

Für mich wurde es dann NAS4Free, die Unterschiede zu FreeNAS habe ich im gleichnamigen Artikel behandelt. Muss man nicht unbedingt komplett lesen, kurz zusammengefasst: NAS4Free bietet etwas weniger Funktionen (ich vermisse allerdings nichts), ist aber deutlich stabiler, hat ein super Webinterface und ist komplett in “freier Hand”, hat also eine unabhängige Entwicklercommunity. FreeNAS wird im Gegensatz von einer kommerziellen Firma verwaltet.

Was gäbe es sonst noch für Alternativen zu FreeNAS und NAS4Free? Schnell ein paar Links hinklatschen:

  • OpenMediaVault
    Basiert auf Linux, leider kein ZFS, aber sicher einen Blick wert.
  • Ubuntu Server (Anleitung von SmallNetBuilder)
    Für Linux-Kenner. Für mich als Heimanwender leider zu umständlich, man sollte mit Linux und dem Terminal schon versiert umgehen können, bevor man seine Daten einem selbst aufgesetzten Ubuntu-Server anvertraut.
  • Windows Server
    Nur der Vollständigkeit halber erwähnt.

picoPSU 150 XTDas Netzteil

Nun, das Problem bei den picoPSU-Wandlerplatinen ist, dass kein Netzteil mitgeliefert wird. Zum besseren Verständnis: Die picoPSU Wandlerplatine wandelt nur einen einkommenden Gleichstrom in verschiedene Spannungen um, z.B. für den Mainboardstecker oder die S-ATA-Laufwerke. Irgendein anderes Gerät muss diesen Gleichstrom am Anfang ja zur Verfügung stellen, dafür braucht man das Netzteil – im Grunde genommen ein Notebooknetzteil mit einem runden Stecker als Ausgang.

Nachdem ich mir ein Netzteil günstig aus einem Restbestand ergattert (super) und festgestellt habe dass es den falschen Stecker hat (doof), habe ich zur Komplettlösung “nano150″ von Streacom gegriffen. Das ist auch nix Innovatives, nur eine picoPSU (150 Watt) mit einem passenden Netzteil.

Kostet mit 89,90 Euro leider mehr als ein gewöhnliches 400-Watt-Netzteil (warum?), ist dafür aber komplett silent. Ich hab’s mir bei Caseking gekauft. Super nette Leute dort, kann ich empfehlen.

Die Ernüchterung: Die eingebaute Netzwerkkarte

Leider weniger erfreulich waren dann die Datentransferraten. Nach einer ausführlichen und nervigen Fehlersuche konnte ich die im Asus E35M1-I integrierte Netzwerkkarte von Realtek als Schuldigen ausmachen. Genau genommen sind die Treiber in FreeBSD mangelhaft – daran ist Realtek aber gewissermaßen Schuld, da sie die Treiber dafür zur Verfügung stellen.

Nach einer Recherche kam ich zu dem Schluss, eine Intel-Netzwerkkarte in den einzigen PCIe-Slot einzubauen. Die Anforderungen waren nicht sonderlich groß, sie sollte nur Gigabit-Ethernet (duplex natürlich) unterstützen, über PCI-express angeschlossen werden und natürlich mit FreeBSD kompatibel sein, da ich mich für NAS4Free entschieden hatte.

Diese Anforderungen erfüllte die Intel CT Gigabit Netzwerkkarte (26,90 Euro bei Amazon), ich hab sie mir für etwa 20 Euro bei eBay gekauft um ein bisschen zu sparen.

InLine USB Adapterkabel innen auf außenWichtig: Der Kleinkram! USB-Stick nach innen verlegen

Hier kam einiges hinzu. Fangen wir von vorne an.

Ich wollte das Betriebssystem auf einem USB-Stick installieren (bietet Vorteile) und diesen dann innen im Gehäuse verstauen. Dazu brauchte ich ein passendes Kabel, um aus den internen USB-Pins des Mainboards einen USB-Anschluss zu machen. Sowas gibt’s auch, man muss es nur finden. Nach ewiger Suche habe ich das hier von InLine für 3,56 Euro gefunden. (Tipp: Man musste nach “USB Adapter” suchen, wie soll man darauf kommen?).

Dann noch fix die Bootreihenfolge im Bios ändern, USB-Stick ins Gehäuse reinlegen, klappt. So ist kein USB-Port hinten am Gehäuse belegt, sieht super aus.

Das Netzteil kommt auch nach innen

Was ich nicht ganz erwartet hätte: Das Streacom Netzteil, also der rechteckige Klotz, lässt sich komplett in das Fractal Node Gehäuse reinlegen. Es ist zwar unglaublich knapp, aber es passt. Nun das Problem: Das Netzteil hat einen “Mickey Mouse” – Kaltgeräteanschluss, das Gehäuse jedoch einen ganz normalen.

Die Lösung: Dieser Adapter (4,37 Euro) fürs Netzteil im Gehäuse und ein neues Kaltgerätekabel, das ans Gehäuse dranpasst, ein meinem Fall ein abgewinkeltes (1,80m lang, 5,85 Euro), da das NAS im Regal an einer Wand steht.

Noch ein bisschen Ordnung schaffen…

Hab mir noch ein paar Kabelbinder dazubestellt, um die Kabel zu sortieren. In so einem kleinen Gehäuse artet das leider ein bisschen in Beschäftigungstherapie aus, das Ergebnis ist dann aber erfreulich.

Geschafft!

Nun war es vollbracht. Das NAS läuft und wartet sehnsüchtig darauf, mit noch mehr Festplatten gefüttert zu werden. Im Moment sind nur 2 von maximal 6 möglichen eingebaut. Ich kann jedem empfehlen, es nachzubauen und stehe bei Fragen zur Verfügung (Kommentar hinterlassen).

Ansonsten viel Spaß!


Hat dir der Artikel gefallen? Ich freue mich, wenn du es bei diesen mysteriösen sozialen Netzwerken weitersagst: