QNAP NAS: Welches ist das Beste?

QNAP hat sich mit seinen NAS-Systemen einen Namen gemacht. Die QNAP NAS – Systeme bestechen nicht nur durch ihre Zuverlässigkeit, sondern besonders durch ihre Erweiterbarkeit. So ist es möglich, mit sogenannten QPKG (Q-Packages) weitere Software auf den kleinen Systemen zu installieren.

QNAP TS-879 ProDarunter finden sich, als kleine Auswahl:

  • Ein Bittorrent-Client (Transmission)
  • Ein Webserver inklusive PHP und MySQL
  • Ein Mediaserver für die PlayStation 3
  • Teamspeak und Ventrilo
  • eyeOS, eine Art Betriebssystem, das per Browser von überall benutzt werden kann

Großartig! Ganz nebenbei erwähnt, sind die QNAP NAS – Systeme auch mit Time Machine, der Backup-Software von Apple, kompatibel.

Die RAID-Funktion ist natürlich auch mit dabei. Was ist das? Damit können im Prinzip mehrere Festplatten zu einem großen Verbund zusammengeschlossen werden, doch dazu später mehr.

Also perfekt als (sicheres) Datengrab, Mediaserver und Spielzeug. Sowas muss her! Nur welches? Die Auswahl ist groß.

Welches QNAP NAS – die Speichergröße

Für den ambitionierten Computer-Geek zuhause stehen prinzipiell drei Varianten zur Auswahl: Ein Festplatteneinschub, Zwei Festplatteneinschübe oder vier Festplatteneinschübe.

Hier gilt es, zunächst die Frage zu klären, wie viel Speicherkapazität man braucht und wie redundant (= ausfallsicher) alles gespeichert werden soll. Dazu ein schneller Ausflug zur Notwendigkeit eines RAID.

Was ist ein RAID?

Ein RAID ist ein Zusammenschluss mehrerer Festplatten zu einer Einheit. In unserem Fall gibt es drei Möglichkeiten:

Raid 0: Auch “Stripping” genannt. Wir brauchen mindestens zwei Festplatten, die gleich groß sind. Die Daten werden abwechselnd auf beide Festplatten geschrieben. Als Vorteil haben wir eine erhöhte Lese- und Schreibgeschwindigkeit. Der Nachteil ist klar: Sobald eine Festplatte kaputtgeht, sind alle Daten futsch.

Beispiel: Wenn wir “HALLO” auf die Festplatten schreiben, wird auf die Festplatten folgendes geschrieben:
Festplatte 1: HLO
Festplatte 2: AL

Raid 1: Auch “Mirroring” genannt, aus gutem Grund: Die Daten werden “gespiegelt”. Auch hier brauchen wir mindestens zwei Festplatten. Diesmal werden die Daten gleichermaßen auf beide Festplatten geschrieben. Die Geschwindigkeit ist praktisch nicht erhöht, doch der Vorteil ist, dass eine Festplatte kaputtgehen kann und die Daten trotzdem auf der anderen Festplatte erhalten sind. Aber: Wir haben nur die Hälfte der Gesamtkapazität!

Beispiel: Wir schreiben wieder “HALLO” auf die Festplatten:
Festplatte 1: HALLO
Festplatte 2: HALLO

Raid 5: Jetzt wird’s ein bisschen komplizierter. Zunächst brauchen wir mindestens 3 Festplatten. Auf die ersten beiden Festplatten werden Daten geschrieben und auf die dritte Festplatte die sogenannte Parität (alles sehr vereinfacht) – die Parität ist quasi das Verhältnis der Daten von Festplatte 1 zu Festplatte 2. Was bringt uns das nun? Wenn eine Festplatte ausfällt, verlieren wir keine Daten, da wir sie aus den beiden anderen Festplatten rekonstruieren können. Die Gesamtkapazität ist so groß, wie alle Festplatten zusammen, minus eine Festplatte für die Parität.

Öh, was nun?

Klingt alles sicher auf den ersten Blick sehr verwirrend, dazu nun mein idiotensicherer Ratgeber.

2 Festplatten oder weniger? -> RAID 0 oder RAID 1.
Datensicherheit wichtiger? RAID 1.
Geschwindigkeit und Kapazität wichtiger? RAID 0.

3 Festplatten oder mehr? -> RAID 0 oder RAID 5.
Datensicherheit wichtiger? RAID 5.
Geschwindigkeit und Kapazität wichtiger? RAID 0.

Ich hab’s versucht, so simpel wie möglich zu gestalten. Schreibt mir bei Fragen einen Kommentar!

Doch kommen wir zu meinen Empfehlungen.

Bestes NAS für Einsteiger: QNAP TS-112

QNAP TS-112

Das TS-112 ist das ideale NAS für Einsteiger. Es bietet einen Festplatteneinschub und ist mit einem relativ niedrigen Preis von etwa 124,- Euro defintiv ein gutes Angebot – das zeigt auch die Beliebtheit bei den großen Online-Händlern Alternate und Amazon.

Zu beachten gilt hier, dass man kein RAID erstellen kann (man braucht mindestens 2 Festplatten), man läuft also Gefahr, seine Daten zu verlieren, sollte die Festplatte das Zeitliche segnen.

Wieso habe ich gerade das TS-112 ausgewählt und nicht z.B. TS-119 oder TS-119P? Es bietet meiner Meinung nach ein ideales Preis-/Leistungsverhältnis. Mit Datentransferraten von 73,2MB/s lesen und 46,7MB/s schreiben (Samba-Protokoll) liefert es gute Werte. Zum Vergleich: Das TS-119 PII kann mit 110,6MB/s lesen und 95,5MB/s schreiben – für den normalen Hausgebrauch wird diese Steigerung nicht ins Gewicht fallen, zumal das TS-119 PII mit etwa 192,- Euro deutlich teurer ist.

Siehe auch die offizielle Vergleichstabelle von QNAP.

Bestes NAS für Fortgeschrittene: QNAP TS-212

QNAP TS-212

Für fortgeschrittene Benutzer empfehle ich das TS-212 – hier gibt’s mit zwei Festplatteneinschüben bereits beste Voraussetzungen für ein RAID 1 zur Datensicherung, somit kann eine kaputte Festplatte verkraftet werden. Mit 70,2MB/s lesen und 40,7MB/s schreiben bietet das TS-212 gute Datenraten. Von einem RAID 0 wird dies aber wahrscheinlich nicht profitieren, da moderne Festplatten bereits einzeln den gleichen Datendurchsatz bieten.

Mit gerade einmal 157,- Euro ist das 2-Festplatten-System nur knappe 30 Euro teurer als das 1-Festplatten-System (TS-112, siehe oben) – bei doppelter Speicherkapazität. Wer ein bisschen mehr investieren möchte oder Wert auf Datensicherheit legt, dem sollte das den Aufpreis wert sein.

Wer sich die anderen 2-Festplatten-Systeme nochmal genauer anschauen will, dem lege ich auch hier die offizielle Vergleichstabelle ans Herz.

Das ultimative NAS für die kleine Festplattenfarm zuhause: TS-419 PII

QNAP TS-419 PII

So, eigentlich sollte ich (vorhersehbar) als 4-Festplatten-System das QNAP TS-412 empfehlen. Doch das kann ich nicht guten Gewissens tun – zunächst die Überlegung:

In den Modellen, die auf *12 enden (also 112 und 212), ist ein Marvell-Prozessor mit 1,2GHz eingebaut. Dieser reicht auch zum Ansteuern von einer bzw. zwei Festplatten locker aus, bei vier Stück kommt er aber an seine Grenzen. So bietet das TS-412 nur Datentransferraten von 69,3MB/s lesen und 32,7MB/s schreiben. Das ist noch weniger als die vorhergehenden Modelle, logisch: Der gleiche Prozessor muss noch mehr Festplatten ansteuern, also wird der Datentransfer noch langsamer.

Deswegen empfehle ich für 4 Festplatten das QNAP TS-419 PII, das hiermit als ultimatives NAS und (getreu dem Titel dieser Webseite) als ziemlich cool aus meinem Artikel hervorgeht. Die Datentransferraten sind sehr angenehm: 109,6MB/s lesen und 75,1MB/s schreiben. Beeindruckend ist auch, dass das NAS bei Amazon erstaunlich viele (positive) Bewertungen für ein derart teures Nischenprodukt erhalten hat.

Der Preis von etwa 430,- Euro ist happig, aber wer das ultimative NAS will, dem sollte es das wert sein.

Zum Nachlesen gibt’s hier noch die Vergleichstabelle mit den anderen 4-Festplatten-Systemen.

Welche Festplatten einbauen?

Stellt sich noch die Frage, welche Festplatten man sich dazukaufen sollte. Ich persönlich bin ein großer Fan von Hitachi-Festplatten, die meiner Meinung nach stark unterschätzt und qualitativ super sind. Aber da hat jeder sicherlich seine persönliche Meinung, Samsung genießt auch einen guten Ruf, bei Western Digital und Seagate sind sich die Gemüter nicht einig.

Auf jeden Fall sollte man offizielle Kompatibilitätsliste von QNAP beachten – dort steht nämlich, dass manche Modelle von Western Digital Probleme verursachen. Ebenfalls finden sich dort, regelmäßig aktualisiert, haufenweise die empfohlenen (getesteten) Festplatten, die Auswahl ist angenehm groß.

Fazit: QNAP NAS

Jeder gute Geek sollte ein NAS von QNAP, am Besten mit RAID, bei sich zuhause stehen haben. Ich habe versucht, diesen Artikel so Einsteiger-freundlich wie möglich zu gestalten, bin mir im Nachhinein aber nicht allzu sicher, ob mir das gelungen ist. Jedenfalls beantworte ich Fragen gerne in den Kommentaren. Viel Spaß!


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