Samsung 840 vs. 840 pro: Ein Schnäppchen?!

Samsung 840 series von der SeiteDie Samsung 840 im Vergleich zur 840 pro: Der ultimative Vergleich. Ist die 840 DAS Schnäppchen?

Die 840er-Reihe von Samsungs SSDs ist vor allem in einer Hinsicht eine Revolution: Nie war eine SSD günstiger als die Samsung 840. Das Modell mit 120GB ist bereits für 85 Euro zu haben – die magische Grenze von 1 Euro pro Gigabyte Kapazität wurde deutlich unterschritten.

Wo wir schon bei der 120GB – Platte sind, die 840 pro kostet deutlich mehr, nämlich 118,70 Euro, also rund 50% mehr. Wodurch kommt solch ein Aufpreis zustande und lohnt er sich überhaupt?

Kurze Randnotiz noch: Letzte Woche verglich ich in meinem Artikel mit dem Thema “Lieber die alte SSD nehmen?” die Samsung 840 mit ihrem Vorgängermodell, der 830. Kurz zusammengefasst: Es gibt bei den aktuellen Preisen keinen nennenswerten Grund, das Vorgängermodell zu bevorzugen.

Samsung 840 vs. 840 pro: Die harten Fakten

Vergleichen wir zunächst die harten Fakten:

Modell
Lesen
Schreiben
Speichertyp
Samsung 840
(250 GB)
530 MB/s240 MB/sTLC
Samsung 840 pro
(250 GB)
540 MB/s520 MB/sMLC

Es fällt direkt ins Auge, dass die Schreibrate der 840 nur gut halb so groß ist wie beim teureren Modell. Wie kommt das?

Der Unterschied zwischen den beiden SSDs ist die Art und Weise, wie Daten gespeichert werden. Während bei der teureren 840 pro ein sogenannter MLC-Speicher zum Einsatz kommt, wird bei der günstigeren TLC-Speicher eingesetzt. Das heißt nichts anderes, als dass bei der günstigeren SSD mehr Daten auf jeden Speicherchip gespeichert werden.

So können wir auch die Unterschiede erklären: Der Schreibvorgang auf TLC-Chips ist wesentlich komplexer und dauert länger. Im Gegensatz dazu ist der Lesevorgang aber kaum beeinträchtigt, er ist etwa gleich schnell wie bei der teureren SSD.

Nun haben wir den technischen Unterschied zwischen den beiden SSDs gefunden. Was hat das für Konsequenzen?

Vorteil TLC: Billiger

Das war ja irgendwie offensichtlich, lässt sich nun aber auch ganz einfach erklären. Da mehr Daten pro Speicherchip geschrieben werden, werden insgesamt weniger sog. NAND-Speicherchips benötigt. Dadurch lassen sich die Produktionskosten erheblich senken.

Fazit: Die Samsung 840 könnte ein Durchbruch im SSD-Markt sein.

Nachteil TLC: Geringere Lebensdauer

Jep, auch das hier lässt sich durch kurzes Überlegen ganz logisch erschließen. Es ist ja bekannt, dass bei SSDs die Anzahl der Schreibvorgänge auf die Speicherchips begrenzt ist. Die Samsung 840 hat weniger Speicherchips, die aber mehr Arbeit verrichten müssen. Es kommt also zu viel mehr Schreibvorgängen pro Speicherchip – und dadurch werden sie schließlich abgenutzt.

Was heißt das konkret? Vorweg, es ist erfahrungsgemäß verdammt schwer, an verlässliche Daten zur SSD-Lebenszeit zu kommen. Die Hersteller geben nur vage Zahlen an und eine einheitliche Überprüfung findet nirgendwo statt.

Trotzdem habe ich da was gefunden: Im Forum von xtremesystems.org hat sich jemand die Mühe gemacht, einen Haufen SSDs so lange zu beschreiben, bis sie kaputtgehen, 24 Stunden am Tag, jeden Tag (ich bin beeindruckt). Die Samsung 840 war natürlich auch dabei. Am Tag 52 war es dann auch soweit, nach insgesamt 432,92 TB geschriebenen Daten war das gute Stück hinüber.

Samsung 840 Lebenszeit zu Ende (xtremesystems.org)

Wie sieht das im Vergleich zu den anderen SSDs aus? Ich hab’ mal wieder eine Tabelle erstellt. Die 840 pro fehlt leider (da noch nicht getestet), sollte aber mit der 830 vergleichbar sein:

Festplatte
Geschriebene Daten bis Defekt (TB)
Samsung 830 (256 GB)6.336
Intel X-25 G1 (80 GB)883
Crucial m4 (64 GB)769
Samsung 840 (120 GB)433
OCZ Vertex 4 (128 GB)394

Sieht auf den ersten Blick ziemlich mau aus für die Samsung 840. Die 830 (und somit auch die 840 pro) hat eine mehr als 10-fach höhere Lebenserwartung, was die Schreibzugriffe angeht. Der Vergleich hinkt zwar ein bisschen, da die 830er in diesem Test eine doppelt so große Kapazität hatte (256 vs. 120 GB), mit einem Faktor 5 im Unterschied können wir aber mit Sicherheit rechnen.

Wir müssen uns an dieser Stelle fragen, inwieweit das eine Rolle spielt.

Gehen wir mal davon aus, dass wir 10 Gigabyte Daten pro Tag auf die Festplatte schreiben, was für einen normalen Anwender sehr viel ist. Dann dürfte die Samsung 840 (128 GB) etwa 11,7 Jahre durchhalten, das doppelt so große Modell mit 256 GB sogar 23,4 Jahre (ausführliche Rechnung bei AnandTech).

Fazit: Beim normalen Heimanwender wird eine Samsung 840 wahrscheinlich nicht ihr Lebensende erreichen. Für ambitionierte Anwender und Technik-Enthusiasten kann sich schon eher ein Griff zur 840 pro lohnen, besonders wenn man vorhat, die SSD länger zu behalten und z.B. wieder in neu gekaufte Laptops / PCs einzubauen.

Wer ein bisschen Zeit hat, sollte sich den Thread bei xtremesystems mal anschauen, das gute Stück ist bereits über 200 Seiten lang und für Nerds sicherlich lesenswert.

Nachteil TLC: Langsamere Schreibrate

Da ich schon in meinem anderen Artikel auf die Unterschiede in der Schreibrate eingegangen bin, fasse ich mich hier kurz.

Wenn man die reine Schreibrate betrachtet, liegt die Samsung 840 mit 214,3 MB/s deutlich hinter der 840 pro mit 284,9 MB/s. Schaut man aber auf die Gesamt-Datentransferrate, also die kombinierte Lese- und Schreibrate, so ergibt sich ein anderes Bild: Hier liegt die 840 mit 335,1 MB/s nur knapp hinter dem Pro-Modell mit 364,1 MB/s. In diesem Test schlägt sie sogar den Vorgänger. die Samsung 830. Beeindruckend!

Fazit: Der normale Anwender wird den Unterschied zwischen 840 und 840 pro nie bemerken. Auch hier gilt wieder: Nerds werden sicher auf ihre Kosten kommen, wenn sie ein SATA-III-fähiges Mainboard haben und zur 840 pro greifen. Der Großteil aller PC-Anwender ist mit der 840 aber mehr als ausreichend bedient.

Zusammenfassung

Nun, TLC ist eine neue Entwicklung, aber Samsung hat gezeigt, dass die 840 reif für den Markt ist. Es ist klar, dass TLC Nachteile hat, vor allem die geringere Lebensdauer und geringere Schreibgeschwindigkeit. Ob das aber überhaupt bemerkt wird, ist eine andere Frage. Ich bin mir sicher, dass der Unterschied zwischen 840 und 840 pro im PC-Alltag nicht spürbar ist; ebenso wird ein “normaler” Anwender höchstwahrscheinlich nie eine 840 bis an ihr Lebensende mit Daten beschreiben. Vorher wird sie durch eine neuere, größere Festplatte ersetzt.

Abschließend zum Vergleich: Bereits die Samsung 840 bringt im Gegensatz zu einer normalen, rotierenden Festplatte bereits einen 10-fachen Geschwindigkeitsschub. Selten war man in der Lage, durch das Upgrade einer einzigen PC-Komponente die Gesamtgeschwindigkeit so drastisch zu erhöhen.

Die Samsung 840 SSD gibt’s bei Amazon in den Größen 120 GB, 250 GB und 500 GB ab 85 Euro.

Die Samsung 840 pro ist in den Größen 128 GB, 256 GB und 512 GB ab 118,70 Euro erhältlich.


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